Massnahmen: Fallbeispiel Sittertal

Im Vorfeld zum derzeitigen Auftrag ging es um die Abklärung des Objektschutzes des Neubaus der Kunstgiesserei. In einem ersten Vorschlag wurde damals empfohlen das Gebäude über den Wasserspiegel HQ300 anzuheben. Stattdessen wurde ein Konzept A erstellt, welches die gesamte Fläche bis zum HQ100 schützen sollte und ein Konzept B, welches nur den Standort der Kunstgiesserei schützt.

Aus der Gefahrenabklärung lagen Modellierungen mit FLUMEN vor. Die nachfolgende Animation zeigt das HQ100 auf dem Gelände Sittertal vor der Planung von Schutzmassnahmen.


Im September 2012 wurde der Ingenieure Bart AG der Auftrag erteilt, die Wirkung der Konzepte mittels 2D-Überflutungsmodellierungen zu prüfen. Das Konzept A besteht aus diversen Dämmen, Mauern und der Integration bestehender Bauten (indem die dichten Bauten Überflutungen abweisen).


   

Das Konzept A sieht Massnahmen vor, welche die gesamte Fläche umschliessen.



   
    Als Schwachstelle von Konzept A erwies sich der Oberwasserkanal, der zu viel Abfluss ins Gelände leitet.
   

  Das Konzept B verhindert die Einleitung von zu viel Abfluss über den Oberwasserkanal in die Fläche und verhindert Rückflüsse aus dem Prallhang in Richtung Kunstgiesserei.
   

 

Das Konzept B funktioniert auch unter der Randbedingung, dass die Fläche nördlich des Kraftwerkanals (noch) nicht geschützt ist.

Die 2D Modellierungen zeigten, dass ein wesentlicher hydraulischer Effekt als Folge eines Prallufers (Nummer 1 auf der Drohnenaufnahme) auftrat.

Die Modellierungen zeigten auch, dass sich als Folge des Anpralls ans Felsufer (1) ein seeartiger Aufstau bildet, der sich weit aufwärts auswirkt.

     


Die Wasserspiegellage ist als Meereshöhe in 0.2 m Abstufungen dargestellt. Die grosse Ausbreitung der Wasserspiegellage von 582.60 bis 582.80 m ü.M. ist auffällig.
     
   

Wird das linke Ufer abgesenkt und so der Durchfluss in der engen Kurve erleichtert, so bildet sich der Rückstau deutlich zurück. Die Wasserspiegellage von 582.60 bis 582.80 m ü.M. liegt nun deutlich weiter flussaufwärts.

 

Folgerungen zur 2D Modellierung als Abklärungsmethode im Objektschutz:

  • Komplexe Fliessverhältnisse wie im vorliegenden Fall, lassen sich praktisch nur mit 2D Modellierungen realitätsnah nachbilden.
  • Es zeigen sich unter Umständen wichtige Effekte, die im effektiven Ausmass nicht im Voraus erkennbar waren und neue Lösungsansätze aufzeigen.
  • Massnahmen können mit vertretbarem Aufwand zuverlässig getestet werden und entsprechend gut bemessen werden.